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Start in eine „Hammer-Saison“ - Eröffnungsfest mit Schmiedevorführung am Ahe-Hammer

Das gleichmäßige Schlagen im Ahe-Hammer klang allen Besucher:innen wie Musik in den Ohren: Im Schmiede-Gebäude lief das historische Hammerwerk, in der Esse brannte das Feuer und auf dem Amboss lag das glühende Eisen. Drei Schmiede zeigten ihr Handwerk. Ein kraftvolles Denkmal in Betrieb. Der Ahe-Hammer an der Schwarzen Ahe in Herscheid hat geöffnet.

Das Denkmal Ahe-Hammer startete gestern mit einem Veranstaltungstag in seine Saison, die bis September offene, regelmäßige Führungen vorsieht. Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur und der Förderverein Osemunddenkmal Ahe-Hammer Herscheid / Werdohl e.V.  hatten dazu eingeladen. Das Ergebnis nach fünf Jahren Sanierungsarbeit schien die zahlreichen Besucher:innen an diesem Tag zu überzeugen. Erwachsene und Kinder waren gekommen, Handwerker – manche in Kluft -, Heimat- und Technikfreunde. Neugierig und mit viel Interesse beobachteten große und kleine Gäste die eindrucksvollen Schmiedevorführungen von Dieter Styra, Paul Siggi und Thorsten Engel. Sie schlugen geübt das heiße Eisen und führten das trutzige Hammerwerk vor, so wie vor Jahrhunderten ihre damaligen Kollegen. Vor Ort ließen sich die Besucher:innen die faszinierende Technik erklären, befühlten das Holz, staunten, fragten und besichtigten die kleinen historischen Privaträume. Ein sinnenfrohes Erlebnis – denn Schmiedearbeit ist heiß und auch manchmal laut. Auch die beiden Bürgermeister aus Herscheid und Werdohl durften den Hammer schwingen. Wer zwischendurch eine Stärkung benötigte, der durfte sich mit kleinen Speisen und Getränken durch den Förderverein verwöhnen lassen.

„Was für eine Rarität, was für ein idyllischer Ort“, so Ursula Mehrfeld, Vorsitzende Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur. Unter den insgesamt 13 Denkmalstandorten, die in der Obhut der Stiftung seien, nehme der Ahe-Hammer eine Sonderstellung als frühindustrielles Technikdenkmal ein. Der Weg bis zur Eröffnung sei lang gewesen. Zahlreiche, immer wieder neue Probleme, auch finanzieller Art, haben Stiftung und Handwerker herausgefordert. Von Beginn an jedoch wusste die Stiftung verlässliche Partner an ihrer Seite, so Mehrfeld: Den Förderverein Osemunddenkmal Ahe-Hammer Herscheid/Werdohl e.V. als Partner vor Ort und die NRW-Stiftung, die unbürokratisch und großzügig gleich zwei Mal die Sanierung bezuschusste. Insgesamt seien Gelder in Höhe von rund 800.000 Euro von der Industriedenkmalstiftung, der NRW-Stiftung, dem Landschaftsverbands Westfalen-Lippe und dem Förderverein in das Denkmal geflossen. Sie lobte die qualitätvolle Arbeit der Bauhütte Siegerland, aber genauso die eigenen Mitarbeiter der praktischen Denkmalpflege der Zentralwerkstatt der Stiftung in Dortmund.

Das gemeinsame Zusammenwirken habe dazu geführt, dass mit viel Fingerspitzengefühl das Hammerwerk authentisch erhalten blieb – und wieder funktioniert. Mit dem Förderverein als Partner vor Ort wisse die Stiftung, Denkmal und Anlage in guten Händen. Die Stiftung freue sich, dass mit den Führungen begonnen werden könne. Zusätzliche Gästeführer würden jetzt gesucht.

Michael Eckhardt, 1. Vorsitzender des Fördervereins, freute sich, dass mit Hilfe der Stiftung der Fortbestand des Ahe-Hammers gesichert sei. „Er ist es wert, erhalten zu werden“, beteuerte er. Hier werde lebendig Geschichte vermittelt, die die Bedeutung der Metallindustrie im Sauerland verdeutliche. Deshalb wolle der Verein das Denkmal auch als außerschulischen Lernort für Kinder und Jugendliche nutzen. „Hier steckt viel Herzblut drin“, versicherte er und warb gleichzeitig um neue Mitglieder, die sich weiter für den Ahe-Hammer im Verein engagieren wollen. Ein unvorhergesehenes Geschenk mit Geschichte erhielt der Förderverein vom früheren Betriebsratsvorsitzenden, Wolfgang Becker, der über 40 Jahre lang bei der Firma Krupp-Brüninghaus gearbeitet hatte. Der Ahe-Hammer war zeitweise im Eigentum der Firma. Becker übergab dem Verein vier Medaillen und Buttons, - seltene Andenken anlässlich des 400jährigen Jubiläums des Ahe-Hammers.

Eckhard Uhlenberg, Präsident der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, bedankte sich, dass er „in diesem historischen Moment dabei sein darf“. Der Ahe-Hammer sei ein Stück Sozialgeschichte des märkischen Sauerlandes. „Hier kann man sehen, wie die Menschen früher gearbeitet und gelebt haben“. An diesem Ort fänden Heimat und Kultur zusammen. Die NRW-Stiftung unterstütze gerne ehrenamtliches Engagement. Auch die hiesigen Ehrenamtlichen hätten den Erhalt des Denkmals Ahe-Hammer mitvorangetrieben, betonte er. 

Als echten Glücksfall bezeichnete Bürgermeister Uwe Schmalenbach aus Herscheid, dass die Stiftung 2013 das historische Hammerwerk in ihre Obhut nahm. Zuvor habe er sich mit anderen viele Gedanken gemacht, wie es mit dem maroden Ahe-Hammer hätte weitergehen sollen. Dass noch einmal fast zehn Jahre bis zur Eröffnung ins Land gehen sollten, habe damals niemand vorhersehen können. „Zwei Dinge waren über die Jahre gefordert: Geduld und Geld.“ Viele seien ungeduldig gewesen, räumte er rückblickend ein, heute bedanke er sich für die Investitionen, auch von privaten Spendern sowie dem ehrenamtlichen, bürgerschaftlichen Engagement. „Wir haben mit dem Ahe-Hammer ein Stück Geschichte zurückgewonnen.“ Der Ahe-Hammer sei ein Jahrhunderte alter Zeitzeuge und dazu ein „ausgesprochen schönes Denkmal“.

„Wir können jetzt schon sagen: Das wird eine Hammer-Saison.“ Davon zeigte sich der Bürgermeister von Werdohl, Andreas Späinghaus, überzeugt. Schweiß, Kraft und Energie seien aufgebracht worden, um das Denkmal zu erhalten.  Was heute hier vorzufinden sei, sei ein „wunderbares Ergebnis. Hier wurde Großartiges geleistet.“

Künftig sollen an jedem 2. Sonntag im Monat um 14 Uhr bis September offene Führungen der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur über das Denkmal Ahe-Hammer stattfinden. Außerdem können Führungen bei der Stiftung gebucht werden.

 

Weitere Informationen unter www.industriedenkmal-stiftung.de und www.ahehammer.de

 

Fotos

Bild 1: (v.l.n.r.) Saisoneröffnung am Ahe-Hammer mit Michael Eckhardt, 1. Vorsitzender des Fördervereins Osemunddenkmal Ahe-Hammer Herscheid/Werdohl e.V., Eckhard Uhlenberg, Präsident der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, Andreas Späinghaus, Bürgermeister Werdohl, Ursula Mehrfeld, Vorsitzende der Geschäftsführung der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, Manfred Buchta, stellv. Vorsitzender des Fördervereins Osemunddenkmal Ahe-Hammer Herscheid/Werdohl e.V. und Uwe Schmalenbach, Bürgermeister Herscheid. Foto: Markus Bollen

Bild 02: Saisoneröffnung am Ahe-Hammer. Die Besucher:innen ließen sich die faszinierende Technik erklären, befühlten das Holz, staunten, fragten und besichtigten die kleinen historischen Privaträume. Foto: Markus Bollen

Bild 03: (v.l.n.r.) Begrüßung im Ahe-Hammer mit dem Schmied Dieter Styra, Eckhard Uhlenberg, Präsident der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, Thorsten Engel, Andreas Späinghaus, Bürgermeister Werdohl, Ursula Mehrfeld, Vorsitzende der Geschäftsführung der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, Michael Eckhardt und Manfred Buchta, Förderverein Osemunddenkmal Ahe-Hammer Herscheid/Werdohl e.V., Paul Siggi und Uwe Schmalenbach, Bürgermeister Herscheid. Foto: Markus Bollen

Bild 04: Dieter Styra bei einer der Schmiedevorführungen zur Saisoneröffnung am Ahe-Hammer. Foto: Markus Bollen

Bild 05: Die Sanierungsarbeiten am Ahe-Hammer sind abgeschlossen. Das frühindustrielle Denkmal ist nun wieder für Besucher:innen zugänglich. Foto: Markus Bollen

 

Hintergrundinformationen

Denkmal

Das Hammerwerk Ahe-Hammer ist das einzige frühindustrielle Denkmal der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur. Es stammt aus der Zeit zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert. 1883/84 wurde das Hammerwerk umgebaut. Mit Hilfe von Wasserkraft wurde hier bis 1859 Osemund hergestellt, ein besonders weiches und deshalb gut formbares Eisen, das für die Drahtproduktion von Bedeutung war. Bis 1941 wurde der Ahe-Hammer noch als Schmiede genutzt. 

 

Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur

Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur wurde 1995 vom Land Nordrhein-Westfalen und der RAG Aktiengesellschaft gegründet, um hochrangige Zeugnisse des Industriezeitalters durch Übernahme ins Eigentum vor dem Abriss zu bewahren. Die Aufgaben der Stiftung bestehen darin, die ihr übertragenen Denkmale zu schützen, zu erhalten, wissenschaftlich zu erforschen, öffentlich zugänglich zu machen und sie so lange in Obhut zu nehmen, bis sich eine adäquate Nutzung durch einen neuen Träger gefunden hat. Bundesweit ist es die erste und bisher einzige Stiftung, die sich explizit für den Erhalt von bedeutenden, vom Abriss bedrohten Industriedenkmalen aus unterschiedlichen Wirtschaftszweigen einsetzt. Die Stiftung gibt den Anlagen Zeit, sich zu neuen, identitätsstiftenden Orten für Handel, Gewerbe, Freizeit, Kunst und Kultur zu entwickeln. Sie führt Bausicherungs- und Instandsetzungsarbeiten an den Gebäuden durch, entwickelt Nutzungskonzepte für einzelne Baukörper oder die gesamte Anlage und trägt durch Öffentlichkeitsarbeit dazu bei, die Akzeptanz für Belange der Industriedenkmalpflege zu erhöhen.

Aktuell zählen Industriedenkmale an 13 Standorten in NRW zum Bestand. Es sind Relikte von Anlagen des Steinkohlenbergbaus, wie z.B. Fördergerüste, Schachthallen und Maschinenhäuser, des Weiteren eine Kokerei als Beleg der Verbundwirtschaft im Ruhrgebiet, ein Denkmal der Energiewirtschaft in Gestalt des Koepchenwerks und das Hammerwerk Ahe-Hammer in Herscheid als technikgeschichtliches Zeugnis.

 

Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege

Die Vielfalt der Landschaften und der Reichtum der historischen Baudenkmäler machen Nordrhein-Westfalen unverwechselbar und einzigartig. Seit 1986 fördert die NRW-Stiftung ehrenamtliche Vereine und gemeinnützige Initiativen, die Natur, Heimat und Kultur in NRW schützen und erlebbar machen. Gemeinsam mit den Projektpartnern setzt sich die NRW-Stiftung dafür ein, Tradition lebendig zu halten, Geschichte zu vermitteln und die Ziele des Naturschutzes zu stärken.

Seit ihrer Gründung hat die NRW-Stiftung mehr als 3.500 Projekte mit einem Gesamtvolumen von mehr als 296 Millionen Euro unterstützt. Die Mittel dafür bekommt sie über den Landtag NRW aus Lotterieerträgen von Westlotto. Hinzu kommen Zuwendungen des Fördervereins NRW-Stiftung aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.

 

Förderverein Osemunddenkmal Ahe-Hammer Herscheid/Werdohl e.V.

Der Förderverein Osemunddenkmal Ahe-Hammer Herscheid/Werdohl e.V. wurde unter Mitwirkung der Gemeinden Herscheid und Werdohl 2015 gegründet. Die Mitglieder sind ehrenamtlich tätig. Sie unterstützen die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur bei der Erhaltung, Pflege und Nutzung der Gebäude, Anlagen und musealen Einrichtungen des Ahe-Hammers und in der Dokumentation und Vermittlung der Geschichte des Denkmals sowie der Osemundtechnologie als Wiege der heute existierenden Metallindustrie im Märkischen Kreis.

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Stiftung Industriekultur Eröffnung des Ahe-Hammers
Eröffnungsfest mit Schmiedevorführung am Ahe-Hammer

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